Bewerbungsstorys – darum haben es Berufseinsteiger schwer

Wenn du schon einmal einen neuen Job oder nach dem Studium den Berufseinstieg gesucht hast, wirst du es wissen: dies ist gar nicht so einfach, wie man sich das früher vorgestellt hat. Der Bewerbungsprozess bringt viele Höhen und Tiefen mit sich: Zum einen sind da die Hoffnungen, die man sich in Zusammenhang mit einer Bewerbung zu einer Stellenausschreibung macht, auf der anderen Seite ist das Ganze häufig auch mit viel Zurückweisung und Enttäuschung verbunden.

In diese Beitragsreihe möchte ich Situationen vorstellen, die mir selbst im Bezug auf Bewerbungen passiert sind und die auch jedem anderen passieren können. Ich werde hierbei keine Namen nennen, mir geht es nur darum, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Ich finde dass viel zu wenig darüber gesprochen wird, wie schwierig die Jobsuche manchmal sein mag und welche Fails auftreten können, die man selber nicht im geringsten in der Hand hat.

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So hatte man sich das vorgestellt

Bevor ich mein Studium abgeschlossen und richtig mit der Jobsuche begonnen hatte, hatte ich eine ziemlich naive Vorstellung von dem ganzen Prozess. Ich dachte ich suche mir eine Hand voll Stellen im Internet zusammen, schicke dann meine Bewerbungsunterlagen zu den Unternehmen, habe direkt im Anschluss Gespräche und kann mir dann aussuchen, was mir am besten gefallen hat. Mit meinen guten Noten, Praktika und ehrenamtlichen Tätigkeiten würde das doch so auf jeden Fall klappen.

Nun ja, nicht so ganz. Aber ich denke, dass diese Vorstellung von der Jobsuche bei vielen  Studenten, Absolventen und Berufseinsteigern im Kopf schwirrt. In der Tat gibt es auch Leute in meinem engeren Bekanntenkreis, bei denen das so ähnlich abgelaufen ist. Aber es ist nicht der Normalfall. Die wenigsten schaffen es, direkt im Anschluss ans Studium eine feste Anstellung zu bekommen. Und dies liegt in den meisten Fällen nicht daran, dass jemand schlechte Noten hat oder sich nicht bemüht. Vielmehr ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt angespannt und wettbewerbsintensiv. Berufsanfänger haben üblicherweise keine Berufserfahrung – wie sollte es auch anders sein wenn man die Uni gerade erst abgeschlossen hat. Dies ist jedoch nicht unbedingt vorteilhaft aus Unternehmenssicht.

Darum haben Berufsanfänger es schwer

Arbeiten – einfach ein neuer Abschnitt?

Viele Arbeitgeber mögen es zu sehen, dass man schon einmal länger in einem Unternehmen gearbeitet hat. Dass man sozusagen weiß, was es bedeutet zu arbeiten.

Das klingt jetzt erstmal ziemlich salopp. Hätte man mir dies direkt nach dem Studium erzählt, dann hätte ich wahrscheinlich geantwortet: “aber ich habe doch auch neben meinem Studium gearbeitet. Ich war kellnern und Aushilfe im Lager – beides anstrengende Jobs und nebenbei habe ich dann auch noch für mein Studium gelernt.”

Auch wenn ich es damals selbst nicht gedacht hätte, 8 Stunden am Tag konzentriert zu arbeiten bedeutet weitaus mehr, als während des Studiums in Nebenjobs zu arbeiten. Im Cafe habe ich zum Teil auch 10-Stunden-Schichten ohne eine richtige Pause geschoben, aber jeden Tag dort gearbeitet habe ich nicht.

Man sagt, es ist ein größerer Schritt von der Uni ins Arbeitsleben als von der Schule ins Studium. Dem stimme ich dahingehend zu, dass es einfach sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, Full-Time zu arbeiten. 8 Stunden am Tag plus Pause plus Hin- und Rückfahrt. Alle anderen Aktivitäten im Leben muss man um diese Zeit herum planen. Das ist man nach dem Studium, in dem nur wenige Termine pro Woche fix getaktet waren, nicht unbedingt gewohnt.

Die Berufserfahrung

Manche haben sich nach der Schule entschieden, erstmal eine Ausbildung zu absolvieren und anschließend noch vertiefend ein Studium hinterher zu schieben. In diesem Fall konnten bereits im Rahmen der Ausbildung Berufserfahrungen gesammelt werden – eventuell ist es sogar möglich, nach dem Studium beim alten Arbeitgeber in einer höheren Position wieder einzusteigen.

Häufig ist dies jedoch nicht der Fall, das Studium direkt nach der Schule ist in den meisten Branchen weitaus geläufiger. Dies ist auch ziemlich verlockend, schließlich hat man den Bachelor zum Teil schon nach 3 Jahren – dem gleichen Zeitraum, den sonst eine Ausbildung beansprucht. Nur Berufserfahrung hat man nachher keine.

Wenig Routine

Wenn ich mir heute die ersten Bewerbungen durchlese, die ich geschrieben habe, will ich glaube ich gar nicht bis zum Ende lesen. Auch hier dauert es bis man den Dreh raus hat, wie man einen Text schreibt, der sowohl zu der Stelle passt als auch die persönlichen Stärken und Qualifikationen in neutralem Ton hervorhebt.

Mir war damals gar nicht bewusst, dass man meinem Text ansehen könnte, dass er von einem Anfänger geschrieben wurde. Jemand, der nicht im Thema drin steht, wird dies wohl auch nicht gemerkt haben. Ein Personaler, der am Tag eine Vielzahl von Bewerbungen ließt, vermutlich aber schon.

Mein Tipp hier: lass deinen Text vorher von jemand anderem gegenlesen. Häufig gibt es Kleinigkeiten, die man noch ändern kann, sodass der Text noch freundlicher oder kompetenter wirkt. Zudem ist es hilfreich, den in der Stellenanzeige angegebenen Ansprechpartner einmal anzurufen. Anschließend kannst du wenn du möchtest in deiner Bewerbung auf das Telefonat verweisen.

Ich hoffe dieser Beitrag hat dir die Problematik für Berufsanfänger näher gebracht und deutlich gemacht, dass es ganz normal ist nicht direkt nach dem Abschluss in den Job zu starten. In den folgenden Beiträgen erhältst du ein paar Tipps zum Anschreiben und ich berichte über einige Bewerbungs-Fails, die mir passiert sind und die leider auch dir passieren können.

3 Gedanken zu „Bewerbungsstorys – darum haben es Berufseinsteiger schwer“

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