5 Dinge, die ich gerne vor dem BWL-Studium gewusst hätte

Wie wahrscheinlich viele hätte auch ich mir mein Studium aus mehreren Gründen anders vorgestellt. Man weiß halt nie was einen wirklich erwartet ;). Auch wenn ich meinen Studiengang, Wirtschaftswissenschaften, thematisch spannend fand und gute Noten schrieb – ich hätte niemals vermutet, dass eine eng getaktete Klausurenphase und gelegentlichen Seminaren einen Großteil ausmachen würden. Aber über die Klausurenphase schimpf jeder Student, darüber will ich gar nicht viele Worte verlieren.

Studiengänge im Bereich Wirtschaftswissenschaften kann man an der Uni oder der Fachhochschule belegen. Zudem hat man Alternativen für ein BWL Fernstudium oder ein duales betriebswirtschaftliches Studium. Die unten aufgelisteten 5 Aspekte, die ich gerne vor meinem Studium gewusst hätte, beziehen sich auf mein Präsenzstudium an der Universität.

Die Studiengänge sind meist mit einem Numerus Clausus versehen, welcher jedoch meist schaffbar ist (es gilt i.d.R. NC BWL ca. zwischen 2,0 und 2,5). Ein Teil des Studiums in BWL ist häufig auf Englisch. Die Vorlesungen und Übungen in englischer Sprache waren jedoch relativ einfach zu verstehen, da viele Fachwörter sowieso aus dem Englischen kommen. Ich hätte an meiner Uni jedoch auch die Möglichkeit gehabt, alle Prüfungen auf Deutsch zu schreiben, wenn ich es gewollt hätte.

Hier sind 5 Aspekte, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich mein Studium angefangen habe:

1. Es ist nicht schlimm, ein Semester länger zu brauchen

Die ganze Zeit während meinem Studium habe ich gedacht, ich muss die Regelstudienzeit einhalten. Weil ich sonst später keinen Job finde und es einfach nicht gut ankommt, wenn man sich mehr Zeit lässt als nötig. Heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Es kommt zwar ganz gut im Lebenslauf, in Regelstudienzeit fertig zu werden, aber wirklich ausschlaggebend ist das nicht. Jetzt im Nachhinein wünschte ich, ich hätte mir ein Semester mehr Zeit genommen. Dann hätte ich mir längst nicht so viel Stress machen müssen mit den ganzen Klausuren und letztendlich hätte ich mit mehr Vorbereitungszeit vielleicht bessere Noten geschrieben.

2. Gute Noten sind nett, aber nur die halbe Miete

Nie hätte ich mir zuvor ausgemalt, neben meinem Studium noch andere Projekte beginnen zu müssen, um später Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Generell ist es ziemlich gut, um nicht zu sagen „wichtig“, schon während des Studiums Berufserfahrungen zu sammeln. Dies ist zum Beispiel durch verschiedene Praktika oder Werkstudenten-Tätigkeiten möglich. Selbst wenn man später nicht in dem Unternehmen arbeiten will, in dem man im Studium tätig ist, kann man dort wertvolle Kenntnisse erhalten.  Zudem kann man im Vorfeld einen Einblick in verschiedene Themenfelder und generell in die Arbeitswelt bekommen. Dadurch hat man die Möglichkeit, zu schauen ob der Job wirklich das ist, was man später machen möchte. Auch soziales Engagement zum Beispiel in studentischen Initiativen kann eine Möglichkeit sein, positiv aus der Menge herauszustechen.

Wer später im Ausland arbeiten will oder für international agierende Konzerne tätig sein möchte, dem empfehle ich ein Auslandssemester oder ein Praktikum im Ausland, um die entsprechende internationale Erfahrungen nachweisen zu können. Längere Auslandsaufenthalte sind meist auch persönlich sehr bereichernd. Ich habe für mein Auslandssemester in Lissabon leben können. Dort habe ich viel über die portugiesische Kultur gelernt, sowie viele Menschen ganz verschiedener Nationalitäten kennen lernen können, die Stadt und das Land erkundet und dabei ein halbes Jahr lang viele Dinge erlebt, die ich zu Hause niemals hätte so erleben können. Es war eine Zeit, die mich sehr geprägt hat und an die ich gerne zurückdenke.

3. In den Klausuren wird u.a. geprüft, wie gut Du unter Stress arbeiten kannst

Meine Klausurenphase ging nur etwa 2 Wochen lang. Und schloss sich direkt an die Vorlesungszeit an. In diesen Wochen fanden alle Klausuren statt für alle Fächer, die man in dem Semester belegt hatte. Zum Teil waren es Modulklausuren, welche aus 2 verschiedenen Kursen bestanden, die thematisch nicht mal unbedingt etwas gemeinsam hatten. In Ausnahmenfällen hatte ich auch 2 Klausuren an einem Tag. Glaubt mir, ca 7-8 Wochen lang davor habe ich kaum andere Dinge getan, als zu lernen. Die Inhalte der Prüfungen an sich waren nicht so schwierig, dass man es nicht schaffen konnte. Was ich viel schwieriger fand war, alle Fächer nebeneinander zu lernen und alle Themen gleichzeitig im Kopf zu haben. Es wäre so viel leichter gewesen, hätten sie uns zumindest eine Woche mehr Zeit gegeben, um mit dem Lernen hinterher zu kommen.

4. Du lernst vor allem für die Klausuren an sich

So sollte es eigentlich nicht sein. Früher habe ich gedacht, dass ich während meinem gesamten Studium lerne und alle Dinge die ich gelernt hab dann später im Beruf brauchen werde. Aber diese Theorie existiert leider nur auf dem Papier. Viele der Formeln, Konstrukte und Definitionen habe ich nach den Klausuren einfach direkt wieder vergessen. Es ist meiner Meinung nach unmöglich, alles zu behalten, wenn man nur für eine Klausur am Ende des Semesters lernt, davor keine Zwischenprüfungen hat und das Gelernte zuvor nicht wirklich anwenden und auf andere Sachverhalte übertragen soll. Ich finde das sehr schade, ich hätte gerne mehr aus dem ganzen mitgenommen.

5. Du wirst viel selber organisieren müssen

Organisation ist wohl auch eines der Dinge, die man beim Studieren lernen soll. Wirklich informiert über Fristen, Termin, Möglichkeiten wurde man eher sporadisch. Jedes Institut hatte zum Beispiel eigene Termine die auch nur auf der Institutswebsite standen und die man sich dann zusammensuchen musste. Außerdem konnte es passieren, dass man Kurse wählt die zur gleichen Zeit stattfanden… mit der Zeit lernt man aber ganz gut, damit umzugehen.

Fazit

Insgesamt muss ich aber sagen, dass es mir trotz all diesen Makeln gefallen hat, Betriebswirtschaftslehre zu studueren. Die Zeit war für mich persönlich sowie fachlich sehr bereichernd. Auch wenn die Klausurenphase natürlich nervig ist und man das Gefühl hat, permanent irgendetwas tun zu können (Folien zusammenfassen, Texte überarbeiten, Aufgabenblätter bearbeiten etc.), bin ich froh mich für das Studium entschieden zu haben. Nie hatte ich sonst so viel Zeit, die ich mir nach meinen Vorstellungen einteilen konnte. Nie ist man sonst so frei und ungebunden.

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