Laufen – es gibt nicht nur Vorteile

Diesen Blog habe ich einst erstellt, um euch Tipps zum Thema Laufen zu geben. Ziemlich schnell habe ich gemerkt, dass neben dem Laufen auch weitere Themen aus dem Fitness- und Gesundheits-Bereich relevant sind ich hier meine Erfahrungen teilen kann. Und jetzt kam lange gar kein Beitrag mehr über das Laufen – doch warum?

Wenn ihr selbst schreibt, werdet ihr das Phänomen vielleicht kennen: man kann nicht über etwas schreiben, was man nicht versteht. Und man kann auch nicht oder nur schlecht über etwas schreiben, wenn man nicht dahinter steht.

Ich war lange Zeit super begeistert vom Laufen. Jede Woche plante ich mindestens 3 Lauf-Einheiten, wovon mindestens eine Strecke 10km lang war. Ich konnte mir ein Leben ohne Laufen gar nicht vorstellen. Und das aus verschiedenen Gründen. In meinem Artikel Warum ich Laufe habe ich alle Vorteile des Laufens zusammengestellt, die mir wichtig waren.

2 Läufer - Nachteile beim Laufen

Im Frühjahr habe ich dann auf Instagram die Serie “Was ich am Laufen nicht mag – obwohl ich an sich gerne laufe” gestartet, welche sich mit den negativen Aspekten des Laufens beschäftigte. Häufig sind einem diese Dinge als Läufer bewusst, man versucht jedoch stetig sie zu ignorieren. Weil man ja gerne Laufen geht.

Bei mir war es so: Bis einschließlich Februar diesen Jahres ging ich regelmäßig Laufen und es bereitete mir große Freude. Auch, wenn ich krank war, konnte ich mich nur schwer zurückhalten. Ich fühlte mich dabei so frei und konnte meine Gedanken ordnen. Es gab mir während der Pandemie Kraft und bildete eine Konstante in meinem Alltag. Im Februar hatte ich dann plötzlich nicht mehr die Möglichkeit zum Laufen.

Dies lag nicht daran, dass ich mich verletzt hatte oder krnak war, sondern schlichtweg am Wetter. Normelerweise machte mir das Wetter nicht wirklich etwas aus, ich ging bei jeglicher Temperatur und bei Regen draußen Laufen. Doch im tiefen Winter, als wir massenhaft Schneefall hatten, da war das ganze selbst mir zu viel. Einmal hab ich es noch ausprobiert, aber da es sehr glatt auf den Wegen war, bin ich schnell wieder umgekehrt.

Da ich aber unbedingt noch Sport machen wollte, suchte ich mir etwas, was trotz allem möglich war: ich begann mit Online-Fitnesskursen (z.B. Tae Bo) und verschiedenen Workouts ohne Equipment. Später baute ich dann doch Equipment mit ein, da wir einiges sowieso zu hause haben und ich ja auch im Fitnessstudio damit trainiert hatte. Ich hatte es nur länger nicht mehr getan, da das ja nicht mehr auf war.

Als der große Schnee nach einigen Wochen wieder verschwunden war, ging ich wieder draußen laufen. Auf mein altes Niveau kam ich schnell wieder. Das Gefühl und damit auch den Zwang, laufen gehen zu müssen, hatte ich aber nicht mehr. Meine zwischenzeitlichen Workouts waren einfach vielfältiger und boten mir mehr Chancen, mich zu steigern.

Heute Laufe ich nach wie vor gerne, aber längst nicht mehr so viel wie zuvor. Im Durchschnitt gehe ich 1x pro Woche draußen eine Strecke laufen, manchmal auch nur jede zweite Woche. Ich finde es ein wichtiges sportliches Element, aber es ist nicht mehr so, dass ich hauptsächlich laufen gehe.

Infobox: Nachteile beim Laufen

  • wenig interaktiv- ausschließlich ein Individualsport
  • Variationen beim Training begrenzt
  • Sport-Zwang entsteht schnell
  • Schnelligkeits-Wettbewerb führt zu großem Druck von außen
  • hilft zwar beim abnehmen, führt aber auch zu Heißhunger
  • hilft nicht Muskeln aufzubauen
  • intensives Training = große Belastung für die Gelenke

2 Gedanken zu „Laufen – es gibt nicht nur Vorteile“

  1. Als begeisterter Läufer muss ich einigen Punkten in deiner Infobox widersprechen:

    – wenig interaktiv Mach mal bei einem Parkrun mit oder suche dir einen Lauftreff bzw. melde dich im Sportverein an. Dann wirst du feststelle, dass Laufen sehr interaktiv sein kann. Bei welcher Ballsportart kannst du dich während der Sportausübung gemütlich mit anderen Sportlern unterhalten? Beim Laufen geht das ohne Probleme.

    – Sportzwang Ich kenne keinen Läufer, der das Laufen zwanghaft betreibt. Natürlich mag es das geben, aber auch nicht öfter als bei anderen Sportarten.

    – Schnelligkeitswettbewerb entsteht nur dann, wenn du ihn dir aufzwingen lässt. Geh mal zu einem Parkrun. Dort wirst du viele Läufer treffen, die ihre 5 km ganz gemütlich laufen.

    – Verletzungsgefahr für die Gelenke gibt es natürlich. Du kannst sie aber durch einen guten Laufstil reduzieren. Wenn du z. B. auf dem Mittelfuß anstatt auf der Ferse landest, sinkt das Verletzungsrisiko.

    1. Hallo Erik,
      erstmal danke für deinen ausführlichen Kommentar. Es mag verschiedne Ansichten und Intensitäten der ausgeführten Nachteile für jeden einzelnen geben.
      Ich finde ganz klar: laufen gehört dazu, wenn man sportlich aktiv sein will. Wenn man allerdings ausschließlich nur läuft, dann wird man die Dinge feststellen, die ich aufgeführt habe: man steht unter Druck, ständig laufen zu müssen, hat dabei fast einen Zwang sich zu bewegen (nicht nur aus persönlicher Erfahrung bekannt, sondern auch von vielen Läufern aus meinem Umfeld). Man vergleicht sich mit anderen Läufern, will besser werden. Und dies mündet dann darin, dass man sich in der Schnelligkeit steigert oder längere Strecken läuft.
      Den Punkt mit der Interaktion sehe ich. Jedoch musst Du hierfür auch Laufer finden, die inetwa dein Tempo und die gleiche Ausdauer haben. Dies ist nicht unbedingt leicht zu finden, aber ja, Lauftreffs sind hier eine gute Möglichkeit. Bei einem Parkrun unter Corona-Bedingungen kann man sich meiner Meinung nach allerdings nicht wirklich unterhalten, ebenso wenig wie wenn man beim Laufen konkrete Ziele verfolgt, also schneller werden oder längere Strecken laufen will.

      viele Grüße,
      Hanna

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