Festes Shampoo – Erfahrungsbericht

Es ist in diesem Jahr stark im Kommen: Shampoo, in fester Form und ohne umwelt- und gesundheitsschädliche Plastikverpackung. Ist dieser Trend wirklich praktisch und besser als herkömmliche Shampoos? Oder handelt es sich nur um ein neues Produkt der Kosmetikindustrie ohne besonderen Mehrwert für uns? Ich habe diesen Trend ausprobiert und meine Erfahrungen für Euch aufgeschrieben.

Zu Beginn war ich eher skeptisch. Kann man sich damit wirklich so die Haare waschen, wie mit herkömmlichem Shampoo? Wie genau geht das? Kann es sein, dass wir bis vor kurzem alle nur Shampoo in bunten Plastikflaschen kannten und nun hierzu eine Alternative da ist, die vielleicht sogar besser ist? Noch bevor ich begann, mich näher mit dem Thema zu beschäftigen, lag für mich ein Vorteil von festem Shampoo auf der Hand und zwar: man muss nicht jede paar Wochen/Monate in die Drogerie, um sich neues Shampoo in Plastikflaschen zu kaufen. Im Gegenteil – festes Shampoo kommt ganz ohne Plastik aus. Darum wollte ich der Sache eine Chance geben.

Was ist festes Shampoo?

Festes Shampoo ist von der Zusammensetzung her analog zum herkömmlichen Shampoo: während in flüssigen Shampoos synthetische Tenside in flüssiger Form vorliegen, findet man sie bei festen Shampoos in Pulverform. Aufgrund des fehlenden Zusatzes von Wasser soll festes Shampoo weitaus ergiebiger sein, man kauft sozusagen nur Brausetabletten und nicht gleich die Limonade.

Kurz ein paar Worte zu mir: ich habe lange und relativ dickes dunkles Haar. Die folgenden Beobachtungen beziehen sich ausschließlich auf meine eigenen Erfahrungen bei der Anwendung von festen Shampoos. Es mag sein, dass du aufgrund einer anderer Haartextur oder einfach kürzerem Haar zu anderen Ergebnissen bei der Verwendung von festen Shampoos kommst.

Erfahrungsbericht: No-Name Produkt

Zuerst entschied ich mich für ein günstiges Produkt der Rossmann-Eigenmarke (Preis: 2.99€) um zu testen, wie ich mit dem festen Shampoo zurechtkomme. Laut Packungsanleitung sollte man das Shampoo anfeuchten und dann direkt auf das Haar auftragen.

Gesagt getan, wagte ich mich an meine erste Haarwäsche mit dem festen Shampoo. Leider lies es sich bei der Anwendung nur mäßig gut aufschäumen. Ich hatte das Gefühl, relativ viel Shampoo zu brauchen, damit meine Haare vollständig eingeseift sind. Das mag unter anderem daran liegen, dass ich wir bereits erwähnt ziemlich langes und dickes Haar habe. Andererseits: mein flüssiges Shampoo habe ich pro Haarwäsche auch nur in Maßen viel verwendet. Und dieses feste Shampoo soll ja etwa 2-3 mal so ergiebig sein, wie eine 250ml Packung klassisches Shampoo.

An das Einshampoonieren hatte ich mich nach ein paar Haarwäschen gewöhnt, ich brauchte zwar etwas länger als vorher, aber das war noch im Rahmen. Nach dem Ausspülen verwöhnte ich mein Haar anschließend mit Conditioner. Ich muss sagen, dass ich irgendwie ein ganz gutes Gefühl bei der Sache hatte. Es war als wüsste ich, ich würde das Richtige tun. Mehrere Wochen verwendete ich das Produkt. Aber leider fand ich auch zwei Nachteile, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Erstens hielten sich meine Haare nach dem Waschen nicht lange frisch. Schon am zweiten Tag wurden sie leicht strähnig. Ich wollte sie am liebsten direkt wieder waschen. Normalerweise hält eine Haarwäsche bei mir 3-4 Tage. Dies ist ziemlich praktisch, da es mir beim Duschen Zeit spart und ich auch für das Föhnen keine Zeit einplanen muss.

Erst dachte ich noch, ich hätte mir an dem Tag zu oft ins Haar gefasst oder mein Haar durch Sport etc. beansprucht. Doch der Effekt trat wiederholt auf und führte letztendlich dazu, dass ich beschloss ein anderes festes Shampoo auszuprobieren.

Zweitens stellte sich die Frage nach der Aufbewahrung: das feste Shampoo soll trocknen und trocken gelagert werden, andererseits braucht man es auch parat in der Dusche. ein kleiner Duschkorb mit Saugnäpfen war hier schließlich meine Lösung. Dennoch gefiel es mir nicht ganz, dass man für dieses Shampoo noch Zubehör braucht und man nicht direkt beim Kauf in der Drogerie darauf hingewiesen wird.

Erfahrungsbericht: Markenprodukt

Als nächste wagte ich mich an ein festes Shampoo der Marke Foamie (Preis: 4.99€). Dies hat den Vorteil, dass hier eine kleine Kordel mitangebracht ist, mit der man das Shampoo-Stück in der Dusche aufhängen kann. Damit hatte sich meine zweite Kritik aus dem ersten Erfahrungsbericht direkt in Luft aufgelöst. Laut Anleitung soll man das Shampoo mit Wasser anfeuchten und mit den Händen aufschäumen. Dann den Schaum auf das Haar auftragen.

Die Anwendung hier ist einfach, das Shampoo lässt sich gut Aufschäumen. Das Bändchen zum Aufhängen ist wie erwartet sehr praktisch, ich kann das Shampoo gleich in der Dusche zum trocknen aufhängen. So habe ich es auch immer beim Duschen griffbereit. Die Form des festen Shampoos ist optisch hübsch und durchdacht.

Das Haarewaschen mit dem festen Shampoo kannte ich ja bereits,  dennoch war ich nach dem Kauf von Foamie euphorisch und hatte auch das Gefühl, mit diesem Shampoo besser klar zu kommen als mit dem No-Name-Produkt. Das Aufschäumen dauert auch hier etwas länger als bei herkömmlichem Shampoo. Ebenfalls habe ich nach dem Shampoo Conditioner aufgetragen.

Meine Freude über das Produkt hielt jedoch nur bedingt an. Nach zwei Tagen hatte ich wieder das Gefühl, meine Haare wären sehr strähnig und ich müsste sie unbedingt waschen. Für jemanden, der sich seine Haare sowieso in diesem Rhythmus wäscht, mag dies kein Problem darstellen. Für mich war es allerdings etwas nervig, da ich an den Tagen nicht unbedingt Zeit eingeplant hatte. Da meine Haare lang und dick sind, brauche ich auch zum Föhnen einiges an Zeit und musste mich so an manchem Morgen ziemlich beeilen.

Nach und nach hat es sich darüber hinaus so angefühlt, als würde der Schaum des festen Shampoos es gar nicht schaffen, meine Haare komplett einzuseifen und durchzuwaschen. Egal wie lange ich in der Dusche stand und wie sehr ich versuchte, das Shampoo in meinem gesamten Haar zu verteilen – meine Haare waren nach der Haarwäsche merkwürdig stumpf und fielen nicht schön. Gerade am unteren Haaransatz am Hinterkopf trat dieses Problem auf und ich fühlte mich nicht wohl damit. Aus diesem Grund ging ich dann wieder in die Drogerie, um mir ein herkömmliches Shampoo zu besorgen.

Fazit

Das feste Shampoo hat für mich nicht ganz das gehalten, was es versprochen hat. Ich denke nicht, dass dies für dickes und volles Haar die ideale Wahl ist. Online hatte ich bereits vor meinem Versuch gelesen, dass manche Kundinnen von einer längeren Umgewöhnungszeit beim Umstieg auf festes Shampoo berichten. Die Frage hier ist nur: wie lang mag diese Zeit sein? Jedes der beiden Shampoos habe ich mehrere Wochen über verwendet. Ich finde die Idee, Shampoos zu kreieren, die ohne Plastik auskommen, ist sehr gut. Aber dieses Aspekt bringt mir nicht viel, wenn diese Shampoos nicht so wirken wie man möchte. Wenn Du dünneres Haar hast oder dir aus Gewohnheit fast jeden Tag die Haare wäschst, mag festes Shampoo für dich einen Versuch wert sein. Ich habe der Sache eine Chance gegeben, bin aber wieder umgestiegen.

[Werbung – Markennennung: In diesem Artikel werden die Marken der Produkte genannt, die ich verwendet habe. Ich habe mir die Produkte selbst gekauft und erhalte keinerlei Provision für die Veröffentlichung dieses Beitrags]

3 Gedanken zu „Festes Shampoo – Erfahrungsbericht“

  1. Hi Hanna Sophie,

    danke dass Dir die Mühe gemacht hast und am eigenen Leib getestet hast, was am feste-Schampoo-Hype eigentlich dran ist!
    Ich glaube, ich bleibe dann lieber erstmal bei meinem alten Lieblingschampoo:)

    Viele Grüße
    Greta

  2. Hallo Hanna,
    dein Beitrag fasst wirklich alle Aspekte von festen Shampoos zusammen. Ich finde ja den Ansatz echt gut und sinnvoll, aber was bringt mir das, wenn meine Haare nicht sauber werden? Ich habe zwar nicht ganz so lange Haare wie du, aber das selbe Phänomen erlebt.
    Bei diesen Produkten gibt es (leider) gerade noch viel Entwicklungspotenzial.

    Liebe Grüße,
    Chiara

  3. Danke für die Info, das klingt ja alles andere als nach einem super Produkt. Ich wollte eig. meine Nichte mit sowas zu Weihnachten überraschen. Man gut, dass ich das hier vorher gelesen hab.

    Grüße, Shawna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.