Abnehmen mit zuckerfreier Ernährung

ein Gastbeitrag von Lifesugar

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein – abnehmen ohne Kalorienzählen und Hungern. Immer mehr Menschen entdecken, dass sie mit zuckerfreier Ernährung ihr Gewicht reduzieren können, wenn es bisher mit allen anderen Methoden nicht möglich war. Welcher Mechanismus dahinter steckt, was es bei der Umstellung zu beachten gilt und welche Schritte du sofort umsetzen kannst, verrate ich dir in diesem Gastbeitrag.

Warum nimmt man mit zuckerfreier Ernährung ab?

Wenn wir etwas Zuckerhaltiges essen, steigt der Blutzucker rasant an und damit auch das Hormon, welches im Körper für die Fettreserven zuständig ist: das Insulin. Ist der Insulinspiegel erhöht, ist das ein Signal für den Körper, die Fettreserven in Ruhe zu lassen – Insulin wirkt dabei wie ein Schloss, das den Zugriff versperrt.

Bewegt sich der Blutzucker aber im normalen Bereich, weil wir auf Zucker verzichten, dann sinkt er während des Tages auch immer mal wieder ab, weshalb der Insulinspiegel ebenfalls sinkt und du Zugriff auf deine Fettreserven hast.

Quelle: Pexels,Henri Mathieu-Saint-Laurent

Eine Gewichtsreduktion geschieht hier fast nebenbei, ohne dass man sich mit Übertraining oder extremen Unteressen quälen muss.

Worauf du unbedingt achten solltest bei deiner neuen Zuckerfreiheit

Aber nicht nur das ist ein Grund, weshalb viele auf Zuckerfreiheit umsteigen. Das eigentliche Problem ist nämlich der zugesetzte Zucker, der nicht von Natur aus in Lebensmitteln vorkommt, und da vor allem die Fruktose.

Dieser hochkonzentrierte Zucker wird in dazu verwendet, dein Belohnungssystem im Gehirn zu aktivieren und deine Sättigungshormone außer Gefecht zu setzen. Die Folge: Du überisst dich und merkst dir, dass es gut war, sodass du dieses Verhalten wiederholen willst. Viele erleben dieses Verhalten als “Zuckersucht”.

Mit einer zuckerfreien Ernährung kann dir das nicht mehr passieren. Deine Hormone können korrekt arbeiten und dein Blutzucker bewegt sich in sanften Wellen im Normbereich – so, wie es sein sollte.

Info: Fruktose erkennst du an diesen Bezeichnungen:

  • Fruktose/Fructose
  • Fruchtsüße
  • Fruchtzucker
  • Fruktosesirup
  • Fruktose-Glukose-Sirup
  • Isoglukose
  • Maissirup

Zuckerfrei in 3 Schritten

Quelle: Pexels, Natalyia Vaitkevich

Der erste Schritt zu einer zuckerfreien Ernährung: Verbanne den offensichtlichen Zucker. Dazu zählen Süßigkeiten, Schokolade, Desserts oder Gebäck. Eben alles, was dir einfällt, wenn du an süßen Geschmack denkst. Das allein kann schon viel ausmachen und deinen Stoffwechsel unterstützen.

Jetzt wird es spannend, denn der zweite Schritt ist der intensivste Lernschritt. Finde die versteckten Zucker. Der schlimmste von allen ist Fruktosesirup, egal in welcher Form. Ob als Fruktose-Glukose-Sirup, Isoglukose oder Maissirup, diese extrem zuckerhaltige Zutat jagt den Blutzucker in die Höhe und setzt außerdem deine Hunger- und Sättigungshormone außer Gefecht. Zugesetzte Fruktose findet sich nicht nur in den offensichtlich süßen Sachen, sondern eben auch in herzhaften Produkten, in denen man sie gar nicht vermuten würde.

Gewöhne dich an neue Geschmäcker. Wer langfristig zuckerfrei lebt, wird entdecken, wie intensiv und angenehm andere Geschmäcker werden. Damit sind nicht nur neue Geschmackserlebnisse verbunden. Der neue – oder wiederentdeckte – Geschmackssinn wirkt auch wie eine Art Schutz gegen Rückfälle in alte Gewohnheiten.

Worauf du dich freuen kannst, wenn du zuckerfrei bist

Du weißt jetzt schon viel über den Blutzucker und über Hormone und wie sich eine Ernährungsumstellung auf zuckerfrei darauf auswirken kann. Aus meiner persönlichen Erfahrung gibt es aber neben der einfachen Gewichtsreduktion noch mindestens drei weitere Vorteile einer zuckerfreien Ernährung.

  1. Heißhunger adé! Wer kennt das Gefühl nicht, dass man eigentlich schon gegessen hat, aber so richtig befriedigt ist man nicht und findet sich in der Küche wieder. Heißhunger ist für viele Frauen ein Problem und verhindert auch eine gesunde und dauerhafte Gewichtsreduktion. Mit zuckerfreier Ernährung kein Problem, denn wenn Blutzucker und Insulin richtig funktionieren, hat die unbändige Lust auf Süßes nach dem Essen endlich ein Ende.
  2. Nicht zu vergessen sind auch die Zähne, die durch den Zuckerverzicht geschont werden.
  3. Viele, die unter unreiner Haut litten, haben dieses Problem mit einer zuckerfreien Ernährung in den Griff bekommen. Das war auch bei mir so. Selbst als Erwachsene hatte ich regelmäßig entzündliche Stellen, besonders um den Mund herum. Seit meiner Ernährungsumstellung sind diese ohne weiteres Zutun verschwunden.

Noch ein kurzes Wort zu Zuckerersatzstoffen

Viele wähnen sich auf der sicheren Seite, weil sie allen Zucker aus ihrer Ernährung verbannt haben. Allerdings greifen sie dann zu den vielen Zuckerersatzstoffen, die einem als Verbraucher geboten werden. Nur sind diese eben nicht nebenwirkungsfrei. Einige von ihnen können den Insulinspiegel erhöhen und damit zu einer Gewichtszunahme führen.

Außerdem bleibt man weiterhin an den süßen Geschmack gewöhnt. Gerade die, die lange zuckerfrei essen, berichten immer wieder von einer starken Veränderung des Geschmackssinns und dass vieles, was man früher mochte, auf einmal furchtbar süß schmeckt.

Quelle:Pexels, Andres Ayrton

Meine Meinung zu Zuckerersatzstoffen: Sie haben ihren Platz. Sie erleichtern den Übergang. Aber dauerhaft können sie einen ähnlich großen Schaden anrichten wie der Stoff, den sie eigentlich ersetzen sollten. Damit haben sie dauerhaft in einer gesunden Ernährung nichts verloren.

Mein Tipp für deine erfolgreiche Gewichtsreduktion mit zuckerfreier Ernährung

Zuckerfrei ist keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung. Du musst dafür Zeit investieren, um über die Wirkung von Zucker und versteckte Zucker zu lernen. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie steil meiner Lernkurve zu Beginn meiner Umstellung war. Lass dir also Zeit und informiere dich bei seriösen Quellen darüber.

Autorenvorstellung

Quelle: lifesugar.de

Ich bin Carla, Coachin für Insulinresistenz. Den Großteil meines Lebens war ich von dieser Stoffwechselstörung betroffen. Fast wäre ich Diabetikerin geworden, hätte nicht der Zufall nach einer mehrjährigen Falschdiagnose mir die richtigen Informationen zugespielt, sodass ich meinen Stoffwechsel wieder ins Lot bringen und heute symptom- und medikamentenfrei leben kann.

Zuckerfreiheit und Abnehmen sind sehr wichtige Bausteine im Umkehurngsprozess. Mein Wissen und meine Erfahrung habe ich in meinem In:Balance-Kurs zusammengefasst, damit andere Frauen ihre Insulinresistenz auch reduzieren und ihre Lebensqualität verbessern können.

Mehr Informationen zu diesem Thema findest du auf der Seite Lifesugar

  • Brain, hormone and appetite responses to glucose versus fructose, Kathleen A and A James Melrose
  • Sugars, fruits and fructose drinks Article in Ceylon Medical Journal, April 2004 De Aber, Galappaththy
  • Habitual Fructose Intake Relates to Insulin Sensitivity and Fatty Liver Index in Recent-Onset Type 2 Diabetes Patients and Individuals without Diabetes; Katharina S. Weber, Marie-Christine Simon, Klaus Strassburger, Daniel F. Markgraf, Anette E. Buyken, Julia Szendroedi, Karsten Müssig, Michael Roden and GDS Group
  • Gefährliche Fructose, Deutsche Apothekerzeitung
  • Endocrine and Metabolic Effects of Consuming Fructose and Glucose Sweetened Beverages with Meals in Obese Men and Women: Influence of Insulin Resistance on Plasma Triglyceride Responses; Karen L. Teff, Joanne Grudziak, Raymond R. Townsend, Tamara N. Dunn, Ryan W. Grant, Sean H. Adams, Nancy L. Keim, Bethany P. Cummings, Kimber L. Stanhope, and Peter J. Havel
  • Brain, hormone and appetite responses to glucose versus fructose; Kathleen A Page and A James Melrose
  • Insulin and weight gain: Keep the pounds off, Mayo Clinic https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/diabetes/in-depth/insulin-and-weight-gain/art-20047836
  • The Diabetes Code, Dr. Jason Fung

2 Gedanken zu „Abnehmen mit zuckerfreier Ernährung“

  1. Sehr informativer Beitrag! ich esse im Allgemeinen eher wenig Zucker (mag es einfach nicht so süß), aber ein bisschen mehr einsparen könnte ich denke ich schon noch. Gerade bei Obst finde ich es schwer, ich esse unheimlich gerne frische Früchte.

    Viele Grüße, Jill

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