2 Gastzimmer und ein Hotel

Viele Menschen wollen es sich im Urlaub richtig gut gehen lassen. Am wenigsten Aufwand hat man da, wenn man sich ein Hotelzimmer bucht und sich vor Ort um nichts mehr kümmern muss. Wäre das immer auch deine Wahl? oder würdest du lieber schauen, ob nicht auch etwas günstigeres in Frage kommt? oder vielleicht etwas, wobei du mehr kennen lernen und erleben kannst?

In meinem Urlaub auf Mallorca dieses Jahr (2021) haben wir 3 verschiedene Unterkünfte je für ein paar Tage gebucht. Zu Beginn hatten wir ein Gastzimmer in einem Landhaus, dann ein Zimmer bei einem Host im kleinen Bergdorf Campanet und zuletzt haben wir uns ein Hotelzimmer gegönnt. Es war drei sehr verschiedene Teile unserer Reise. Hier möchte über meine Eindrücke berichten und erzählen, wann sich was eignet.

Gastzimmer im Landhaus

Zu Beginn unserer Reise hatten wir ein Zimmer in einer Art Finca in der Nähe der Stadt Sa Pobla. Ich schreibe hier bewusst in der Nähe, da das Haus ziemlich weit draußen auf dem Land lag. Rings herum gab es vor allem Felder, Nachbarn wohnten mindestens 100m entfernt. Unser Gastwirt, ein fröhlicher und entspannter Typ um die 40, hatte den Platz genutzt und verschiedene Nutzpflanzen angebaut: Mandelbäume, Tomatenpflanzen, Wassermelonen.. Die Ernte war ergiebig, man konnte sich als Gast frei an den Tomaten und Wassermelonen bedienen.

Unser Zimmer war klein und einfach, außer dem Bett und einem kleinen Schiebeschrank (der aber längst nicht ausreichte, um alle Sache gut zu verstauen) gab es nur doch einen Fensterladen, der mächtig beim Öffnen quietschte. Eine Klimaanlage hatten wir nicht, es gab lediglich einen kleinen Ventilator, dessen Wirkung jedoch begrenzt war. Stellte man ihn auf die höchstmögliche Stufe, dann merkte man nur einen minimalen Luftzug über sich.

Das Landhaus

In der Nacht als wir dort ankamen machte mir dies sehr zu schaffen, tagsüber waren es 40°C im Schatten gewesen, und im Zimmer hatte sich die Hitze gestaut. “Vielleicht können wir uns ja doch noch ein Hotelzimmer buchen”, sagte ich zu meinem Freund “das hier so ist kein Urlaub für mich”. Es gab jedoch 2 Dinge, die mich von dieser Meinung wieder etwas abbrachten.

Zum einen war das unser Gastgeber, der super authentisch war und mit seiner lockeren Art für Urlaubsstimmung sorgte und jedem Kritiker den Wind aus den Segeln nahm. Es gab uns Tipps, war man sich auf der Insel anschauen kann und wollte, dass wir uns in seinem Haus wie Zuhause fühlten.

Zum anderen war das einer seiner Hunde, den ich sofort ins Herz geschlossen habe. Insgesamt gab es dort 4 Hunde und eine Katze. Die Tiere haben uns den Aufenthalt im Großen und Ganzen allerdings nicht unbedingt versüßt. Die Katze war recht  hinterlistig, angefangen damit, dass sie erst gestreichelt werden wollte und dann plötzlich schnappte, bis hin dazu, dass sie als wir beim essen saßen auf dem Korbstuhl hinter uns herum balancierte und etwas abhaben wollte.

Das Hundegespann rannte, sobald sich irgendjemand dem Grundstück näherte, zum Tor und fing an kräftig zu bellen. Auch, wenn man in der Küche etwas kochen wollte, standen sie bereit bzw. im Weg, da dort jetzt auch nicht so viel Platz war. War man der einzige auf dem Grundstück, so schauten sie, immer in der Nähe von einem zu bleiben, egal wo man hinging.

Aber ein Hund hatte es mir angetan: Leon, 11 Jahre alt und damit der älteste in der Sippe. Er sah noch immer aus wie ein Welpe, hatte samtweiches Fell und konnte ganz ganz lieb gucken.

Hund Leon

Fazit: Die Unterkunft im Gasthaus war etwas, worauf man sich einlassen musste; Komfort hatte man eher weniger, dafür gab es eine wahre Landhaus-Atmosphäre und Insider-Tipps vom Gastgeber. Es war ein echtes Erlebnis, dort zu sein.

Zimmer im Bergdorf

Station 2 lag in Campanet, einem kleinen Dorf in den Bergen. Schmale Straßen dort führten zum Teil steil auf und ab und machten die Anfahrt etwas beschwerlich. Die Tropfsteinhöhle Coves de Campanet war von hier nicht weit, auch bei Strand war man in ca. 20.30 Minuten Fahrt. Das Dorf war klein und ruhig, es gab einen Marktplatz mit prächtig blühenden Buganvilla-Pflanzen. Auch einen Supermarkt fanden wir hier, Restaurants und Bars habe ich nicht gesehen, was uns aber erstmal auch nicht weiter störte.

Unser Zimmer war hübsch eingerichtet, es war nicht groß aber bot genug Platz, um alle Sachen zu verstauen. Man hatte Zugang zu einem quadratischen Balkon, auf dem wir den Abend noch bei einem Glas Wein ausklingen lassen konnten. Von hier hatte man einen tollen Blick über das Bergdorf. Wirklich privat war es hier allerdings nicht, die Nachbarhäuser grenzten hier direkt an und damit auch ihre Balkone.

Unser Zimmer
Ausblick vom Balkon

Eine Klimaanlage gab es nicht, hier auch nicht einmal einen schwach funktionierenden Ventilator. Dies machte mit ganz schön zu schaffen, da sich das Zimmer auch hier relativ stark aufgeheizt hatte. Ich mochte mich auch tagsüber nicht oft darin aufhalten, da man die Hitze schwer aushalten konnte, wenn man sie nicht gewohnt ist. Küche und Bad teilten wir uns – wie beim ersten Zimmer auch – mit den anderen Gästen und dem Gastgeber. Da das Zimmer eigentlich als Apartment beschrieben worden war, wunderten wir uns erst etwas hierüber, letztendlich war  dies aber keine große Sache für uns.

Unser Gastgeber war sehr nett und freundlich, konnte jedoch nur wenige Worte Englisch sprechen. Häufig holte er sein Handy und half sich mit dem Google-Übersetzer, wenn er etwas nicht verstand oder nicht wusste, wie er sich ausdrücken sollte. Man konnte sich auf jeden Fall mit ihm verständigen. Durch die Sprachbarriere kommunizierten wir jedoch eher weniger mit ihm, Small Talk und Tipps über Mallorca waren hier leider nicht wirklich drin.

Es war ganz nett dort, aber nicht sehr komfortabel. Die oben genannten Vorteile von unseren Gastzimmer in Landhaus kamen hier nicht zum tragen.

Hotelzimmer

Auf das Hotel habe ich mich nach unseren beiden ersten Unterkünften richtig gefreut. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht: wir hatten ein hübsches großes klimatisiertes Zimmer mit kleinem Balkon, welches erst vor kurzem renoviert wurde. Ein Zimmer, in dem man sich richtig wohl gefühlt hat. Es gab 2 Hotelpools, jeweils von 10-19 Uhr bzw. 11-19 Uhr geöffnet, mit vielen Sonnenliegen. Von einem davon hatte man sogar den Blick aufs Meer. Das Frühstücksbuffet war facettenreich und lecker, im Ort gab es viele Restaurants zum Ausgehen abends.

Damit stand es in einem starken Gegensatz zu den beiden Zimmern, die wir vorher hatten. Auch wenn diese natürlich authentisch und mehr ein Erlebnis waren, das Hotel eignete sich mehr zum Abschalten und entspannen.

Allerding muss man festhalten, dass man hier auch weniger unternahm und von der Umgebung sah. Es gab durchaus Tage, an denen wir nach dem Frühstück am Pool lagen und nur gegen Nachmittag bzw. Abend nochmal zum Stand sind oder in das nächste Dorf gefahren sind.

Hotelpool
Frühstück mit Meerblick

Zusammengefasst

Die verschiedenen Stationen hatten insgesamt den Vorteil, dass mir unsere Reise deutlich länger vorkam als die 12 Tage die es waren. Zudem war es auch deutlich abwechslungs- und ereignisreicher als wenn man die gesamte Zeit über nur an einem Ort gewesen wäre.

Gastzimmmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie günstiger sind und man kann häufig Insidertipps vom Host bekommen kann. Man muss aber auch ein paar Abschläge in Kauf nehmen (z.B. Klimaanlage, Ausstattung Zimmer, Selbstverpflegung).

Wenn Du vor hast auch auch eine solche Reise zu planen, würde ich dir empfehlen, zuerst ein Gastzimmer zu nehmen. Dort hast du zwar weniger komfort, aber kannst mehr erleben. Im Anschluss kannst du dich dann im Hotel entspannen.

Ein Gedanke zu „2 Gastzimmer und ein Hotel“

  1. super Beitrag, vielen Dank für’s teilen! ich fahre morgen in den Urlaub, biken mit verschiedenen Zwischenstationen, bin schon gespannt wie’s wird ✨

    lg Jill

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.